Die alte Musikgesellschaft Grüsch

Im ältesten Protokollbuch, welches sich im Besitze der heutigen Musikgesellschaft befindet, ist das Vereinsgeschehen seit 1920 dokumentiert. Die eigentliche Vereinsgründung liegt vermutlich etwas weiter zurück.

Trotz vielen Schwierigkeiten blieb die Musikgesellschaft bis Anfang der 1970er-Jahre aktiv. Es herrschten damals noch andere Sitten. So wurden gemäss Einträgen vom Juli 1923 und Mai 1932 je ein Mitglied wegen unanständigen Benehmens aus dem Verein ausgeschlossen. Für verspätetes Erscheinen und für Absenzen wurden Bussen eingezogen.

Im Jahre 1946 führte die MGG ein Bezirksmusikfest durch. Als Festpräsident amtete Peter Lietha. Festdirigent war Fritz Lanz aus Landquart, welcher auch der erste Dirigent der MGG war. In den 1950er-Jahren wurde der Verein wieder von grösseren Problemen geplagt. Nach dem erfolglosen Anwerben von neuen Mitgliedern zitierte der damalige Aktuar in einem Protokoll Goethe: „Da steh’ ich nun, ich armer Tor und bin so klug als wie zuvor“. Nach 1958 fehlen leider die Protokolle, bis auf ein einzelnes aus dem Jahre 1964. Jedenfalls muss Anfang der 1970er-Jahre der Vereinsbetrieb eingestellt worden sein.


Die Neugründung

Auf Initiative von Johannes Vogel, Peter Toggwiler und Willi Burger wurde im Frühling 1984 eine Interessentenversammlung für die Neugründung des Vereins einberufen. Schon am 9. August 1984 begann der Probebetrieb mit etwa 18 Mitgliedern unter der musikalischen Leitung von Georg Putzi. Die eigentliche Neugründung fand an der Generalversammlung vom 12. Januar 1985 statt. Christian Clavadetscher wurde als erster Präsident gewählt. Er war massgeblich am Aufbau der neuen MGG beteiligt, indem er nebst dem Präsidentenamt jahrelang für die Jungbläserausbildung verantwortlich war.

Der Verein entwickelte sich zusehends. So konnten sogar Auftritte bei Wysel Gyr im Schweizer Fernsehen, im Radio sowie schon zweimal bei der Tonträgerproduktion „So tönts im Prättigau“ bewältigt werden. Grosser Erfolg war auch bei Aufnahmen am Deutschen Fernsehen beschieden. Dieser Beitrag wurde sehr oft ausgestrahlt. Allmählich wurde die MGG auch „wettbewerbsfähig“. So wurden an etlichen Wettspielen recht gute Resultate erzielt. Im Jahre 1992 konnte eine Neuuniformierung und eine Teilinstrumentierung durchgeführt werden.

Verschiedene erfolgreiche Teilnahmen an Bezirksmusikfesten, Kantonalen und Eidgenössichen Musikfesten folgen. Anlässlich des Grüscher Dorffestes im Jahr 2009 feiert die MGG zusammen mit anderen Dorfvereinen ihr 25-Jahr-Jubiläum seit der Wiedergründung.

Der Verein darf sich seit Jahren immer wieder über Nachwuchs aus dem Jugendspiel erfreuen. Aus diesem Grund, sowie auch zur Vorbereitung auf das Eidgenössische Musikfest in St. Gallen, kleidete sich die MGG anlässlich des Jahreskonzert 2011 mit einer modernen Uniform ein.


Dirigenten

Nach der Demission von Dirigent Georg Putzi im Jahr 1999 leitete der Österreicher Norbert Sitz während drei Jahren den Verein. Von 2002 bis 2007 hatten wir einen Dirigenten aus den eigenen Reihen. Nach langer Mitwirkung als Bläser, Jugendspiel-Leiter, Register-Leiter und Vize-Dirigent hatte nämlich Jürg Clavadetscher den Taktstock in der Hand. Vom  1. Juli 2007 bis im Juni 2013 leitete Hanspeter Bircher, Musiklehrer und Trompeter aus Chur, die MGG. Dank seiner Mithilfe bei der Dirigentenwerbung gelang es uns sehr schnell, einen versierten Nachfolger zu finden. So leitet uns aktuell Gian Reto Trepp, ebenfalls aus Chur.


Präsidenten

Bei den Präsidenten löste im Jahre 1991 Thomy Kessler den zum Ehrenpräsidenten erkorenen Christian Clavadetscher ab. Thomy führte den Verein zielbewusst bis im Jahre 2001. Roman Flütsch steuerte das Vereinsschiffchen in jung-dynamischer Weise in den Jahren 2001 bis 2006. Seit Januar 2007 steht Ursula Putzi dem Verein als Präsidentin vor.

deep AG